Rückblick: „Energie ohne Ideologie – Zukunft für den Standort Deutschland“

Erfolgreiche Fachtagung in unserem Kreisverband: Hochkarätige Experten, fundierte Analysen und konkrete Lösungsansätze jenseits politischer Scheuklappen.

Am 21. Mai 2026 fand bei uns im Kreisverband eine wegweisende Energietagung statt – eine der ersten Veranstaltungen dieser Art, die kritische Bürgerinitiativen und renommierte Fachleute aus ganz Deutschland an einen Tisch brachte.

Anlass war die Umweltministerkonferenz, die zeitgleich auf der Nordseeinsel Norderney tagte. Als Gegenpol dazu wollten wir eine faktenbasierte, ergebnisoffene Debatte anstoßen. Denn bezahlbare und verlässliche Energie ist das Fundament unseres Wohlstands und entscheidet darüber, ob Deutschland als Industriestandort eine Zukunft hat.

Warum die bisherige Energiewende in die Sackgasse führt

Viele Bürger erleben die aktuelle Energiepolitik zunehmend als Dauerkrise. Naturräume und Kulturlandschaften werden in großem Maßstab beansprucht, ohne dass die Wirtschaft zuverlässig und bedarfsgerecht versorgt werden kann.

Zudem wird die öffentliche Diskussion fast ausschließlich auf die Stromversorgung verengt – dabei macht Strom lediglich rund 20 % des gesamten deutschen Endenergiebedarfs aus. Wärme und industrielle Prozesse bleiben weitgehend ungelöst.

Umso wichtiger war uns die Vernetzung: Lokale Initiativen und Bürger brauchen den Schulterschluss mit der Wissenschaft, um tragfähige Alternativen mit Verstand einzufordern.

Die Fachvorträge im Überblick

Für unsere Tagung konnten wir herausragende Referenten gewinnen. Die kompletten Vorträge stehen nun als Videoaufzeichnung zur Verfügung:

1. Frank Hennig: „Zur aktuellen Lage der deutschen Energiewende“

Dipl.-Ingenieur und freier Fachautor (Cottbus)

Frank Hennig zog eine schonungslose Bilanz: Die Energiewende in ihrer jetzigen Form ist gescheitert. Er beleuchtete die gravierenden Probleme bei der Abschaltung konventioneller Kraftwerke und zeigte auf, dass ein bloßes Zurückdrehen der Weichen kaum möglich ist – viele hochqualifizierte Fachkräfte (insbesondere aus der Kohleindustrie) haben die Branche längst verlassen, und der Nachwuchs fehlt.

🎬 Zum Vortrag auf YouTube von Frank Hennig



2. Prof. Dr. Jörg Bergholz: „Sinn und Möglichkeit kostengünstiger Massenspeicherung von Wind- und Solarenergie“

Ehemaliger Professor für Elektrotechnik, Qualitäts- und Risikomanagement (Bremen)

Ist der aktuelle planlose Aktivismus das enorme wirtschaftliche Risiko wert? Prof. Dr. Bergholz zeigte auf, wie eine funktionierende Speicherinfrastruktur physikalisch und ökonomisch realistisch gestaltet werden kann. Seine Botschaft: Eine Umgestaltung der Energieversorgung ist machbar – aber nur mit fundierter Planung, Ingenieurskunst und Vernunft statt politischer Hektik.

🎬 Zum Vortrag auf YouTube von Prof. Dr. Bergholz



3. Prof. em. Dr. Hans-Peter Beck: „Der Blackout in Spanien und Handlungskonsequenzen für Deutschland“

TU Clausthal, Gründungsvorstand EnergieForschungsZentrum Niedersachsen / EFZN (Goslar)

Anhand der realen Ursachen des Stromausfalls in Spanien analysierte Prof. Beck die Anfälligkeit moderner Netze. Seine zentrale Erkenntnis: Um Netze stabil zu halten, braucht es nicht zwingend gigantische Mengen an neuem Stahl und Kupfer. Bereits heute existieren praxistaugliche, patentierte digitale Steuerungslösungen. Entscheidend sei jedoch, dass Bürger und Wirtschaft diese Innovationen von Politik und Konzernen aktiv einfordern.

🎬 Zum Vortrag auf YouTube von Prof. em. Dr. Beck



4. Volker Eyssen: „Der DUAL-FLUID-REAKTOR als Lösung“

Dipl.-Ingenieur, TU Bergbau, Kerntechnische Endlagerung Schacht Konrad (Salzgitter)

Volker Eyssen widmete sich der Frage, was bei der Endlagerung von Kernbrennstoffen historisch versäumt wurde – und welche Chancen moderne Nukleartechnologien bieten. Mit dem Konzept des Dual-Fluid-Reaktors lässt sich der Atommüll der Vergangenheit als hocheffiziente Energiequelle der Zukunft nutzen. Ein entscheidender Vorteil: Diese Technologie liefert neben Grundlaststrom vor allem die für die Industrie unverzichtbare Hochtemperaturwärme.

🎬 Zum Vortrag auf YouTube von Volker Eyssen



Podiumsdiskussion: Wie verhindern wir die Deindustrialisierung?

Im Anschluss an die Vorträge diskutierten die Experten gemeinsam mit dem Publikum (moderiert von Matthias Heine, Landesvorstand dieBasis Niedersachsen). Im Fokus stand die existenzielle Kernfrage: Wie sind wir in diese Schieflage geraten – und wie verhindern wir die schleichende Abwanderung unserer Industrie?

(Hinweis: Prof. Dr. Bergholz musste aufgrund eines Folgetermins vorzeitig abreisen und konnte an der Podiumsrunde nicht mehr teilnehmen.)

🎬 Zum Vortrag auf YouTube von Podiumsgespräch



Fazit und Dank

Die Tagung hat gezeigt, wie groß der Bedarf an sachlicher Information und echter Vernetzung ist. Wir danken allen Referenten, den Gästen der Bürgerinitiativen sowie dem Landesverband dieBasis Niedersachsen für die Unterstützung und Finanzierung dieser wichtigen Veranstaltung bei uns vor Ort.

Wir bleiben am Ball – für eine Energiepolitik mit Vernunft, Bürgerbeteiligung und Zukunftsperspektive!